Pferdesteuer – eine Kommunalsteuer mit weitreichenden Folgen

Veröffentlicht in Pferdemeldungen |

Immer mehr Gemeinen in Deutschland denken laut über die Einführung einer Pferdesteuer nach, versuchen damit ihre Finanzen aufzubessern.

Auf den ersten Blick wirkt dies durchaus logisch, doch im Endeffekt dürfte sich das als Milchmädchenrechnung herausstellen. Die Argumentation der Führsprecher reicht von Zerstörung der Landschaft über die Begründung, dass auch Hundehalter Steuern zahlen bis hin zu der Aussage, dass Pferdehalter monetär besonders gut gestellt sind und deshalb besteuert werden müssten.

Vergleich mit Hundesteuer hinkt

Die Gruppe der Freizeitreiter liegt nach den letzten Angaben der Reiterlichen Vereinigung bei mehr als achtzig Prozent, genau Zahlen sind nicht recherchierbar, da es eine Vielzahl von Privatreitern gibt, die nicht gemeldet sind. Viele Pferdehalter verzichten lieber auf einen Urlaub und schränken sich privat ein, als dass sie auf ihren geliebten Vierbeiner verzichten würden. Diese Menschen kämen zum Teil in massive finanzielle Probleme, müssten sie zu den Kosten, die Pferdehaltung an sich schon mit sich bringt, auch noch Steuern bezahlen. Auch die Argumentation der Landschaftszerstörung hinkt, denn es gibt eine Reihe von Reitställen, die Vereinbarungen mit den Jagdpächtern getroffen haben und selbst für die Instandhaltung der Wege sorgen. In einigen Gebieten wird für die Nutzung der Reitwege eine Reitabgabe verlangt, die zweckgebunden nur für die Instandhaltung der Reitwege verwendet werden darf. Im Gegensatz zur Hundesteuer, die eingeführt wurde, um die Zahl der Hunde zu begrenzen, sind Pferde bei Weiten nicht in diesen Mengen vorhanden.

Landwirte wäre die Leidtragenden

Die wirtschaftlichen Folgen für die Gemeinden dürften bei der Einführung einer Pferdesteuer immens sein. Ein Teil der Landwirte bietet Pensionsboxen an, um die schlechte Wirtschaftslage auszugleichen. Fallen die Pferdehalter weg, ist davon auszugehen, dass viele Landwirte entweder den Betrieb schließen oder Konkurs anmelden. Hinzu kommt, dass Landwirte, die sich auf die Produktion von Stroh, Hafer und Heu spezialisiert haben, keinen Abnehmer mehr finden und damit ihr Einkommen verlieren. Damit fallen den Gemeinden deutlich mehr Steuereinnahmen weg, als eine Pferdesteuer bringen würde. Des Weiteren spielen Pferde im Gesundheitswesen eine nicht zu unterschätzende Rolle, sie werden für Therapie eingesetzt.

Aktuell sieht es wohl so aus, dass in Bad Sooden-Allendorf die Pferdesteuer zum 01. Januar 2013 eingeführt, Kirchheim sowie Schlangenbad und Preetz nachziehen wollen. Rauschenberg hingegen hat beschlossen, auf die Pferdesteuer zu verzichten (Stand 10.12.2012). Es bleibt abzuwarten, ob die ausgedehnten Proteste der Verbände sowie die Unterschriftsaktionen Erfolg bringen und auch anderen Gemeinden wie Rauschenberg von der Forderung nach einer Pferdesteuer absehen werden.

Weitere Infos zur Pferdesteuer:

Bad Hersfelder Zeitung

 

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